Ein wackeliges Katzenabenteuer mit Tiefgang
Das Spiel wurde mir von Vorabspielen.de" kostenlos zur Verfügung gestellt, die geäußerten Eindrücke und Bewertungen entsprechen aber ausschließlich meiner persönlichen Meinung.
Wer geschickte Hände hat, mag Klassiker wie Mikado und Jenga. Mit Cat and the Tower aus dem Verlag Friendly Games (erschienen bei arsEdition) findet diese Art des Geschicklichkeitsspiels einen neuen Ausdruck – wirft im Praxistest für Familien und Kinder ab 8 Jahren jedoch einige Fragen auf.
Beim Auspacken macht das Spiel einen sehr guten Eindruck: Die Boxgestaltung ist gelungen und präsentiert eine interessante Story rund um die kleine Katze Yuki. Auch das Spielmaterial ist sehr schön gestaltet und die UVP ist angemessen.
Bevor der Spielspaß beginnen kann, ist allerdings Geduld gefragt. Der erste Aufbau gestaltet sich recht langwierig, da die Wandteile erst einmal gefaltet werden müssen – hier sollte man zwischen 10 und 15 Minuten einplanen.
Leider erweist sich die Anleitung stellenweise als unklar und verlangt ein sehr genaues Lesen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktionskarte zum „Streicheln der Nakama-Katze“: In den Regeln steht dazu lediglich „Streichel die Nakama-Katze, die du in diesem Zug platziert hast“. Erst nach drei Partien haben wir hier verstanden, dass man in diesem Zug überhaupt erst eine Katze setzen darf – eine Formulierung wie „Platziere eine Nakama-Katze und streichle sie anschließend“ hätte hier für sofortige Klarheit gesorgt.
Im eigentlichen Spiel ist dann eine sehr ruhige Hand gefragt. Die Konstruktion ist sehr wackelig, und der Schwierigkeitsgrad ist groß. Vielleicht hätten Spielmaterialien aus Holz den Aufbau des Turmes erleichtert, dann wäre aber der Preis wohl deutlich höher gewesen.
Das führt direkt zu einem der Hauptkritikpunkte: Das Spiel ist für Kinder ab 8 Jahren bzw. für Familien konzipiert. In der Praxis wirkt diese Altersempfehlung angesichts der Wackligkeit und der Anforderungen an die Feinmotorik jedoch sehr ambitioniert. Hier stellt sich also durchaus die Frage nach der langfristigen Spielmotivation.
Spannend – und zugleich diskussionswürdig – ist die Thematik des Spiels: Yuki versucht durch den Turmbau zu ihrer verstorbenen Mutter in den Himmel zu gelangen.
Was zunächst wie eine melancholische Geschichte wirkt, offenbart sich im Laufe des Spiels als Auseinandersetzung mit dem Thema Trauerbewältigung. Wer nämlich das selbstgesetzte Ziel erreicht (den 10., 13., 17. oder 20. Stock des Turms zu bauen und Yuki auf die jeweilige Etage zu setzen), darf einen Aufkleber mit einem QR-Code auf die Spielbox kleben. Wenn man diesem folgt, kommt man zur Spielhomepage und damit zur Geschichte von Yuki, die dort schrittweise erzählt wird. Spätestens hier wird deutlich, worum es im Kern geht: Yukis Turmbau ist ein Versuch, den Tod der Mutter und die eigene Trauer zu verarbeiten. Ob solch ein Thema in einem Kinderspiel in dieser Form glücklich gewählt ist, ist Geschmackssache und bietet im Familienkreis definitiv Raum für Gespräche.
Mein Fazit:
Cat and the Tower ist ein optisch ansprechendes und preislich fair gestaltetes Geschicklichkeitsspiel mit einer tiefgründigen Ebene. Wegen des langwierigen Aufbaus, teilweise nicht ganz klaren Regelpassagen, des hohen Frustfaktors und des sehr sensiblen Themas Trauer ist es für die anvisierte Zielgruppe ab 8 Jahren ein ambitioniertes Projekt. Wer eine echte Herausforderung sucht, eine ruhige Hand mitbringt und bereit ist, sich auf ein emotionales Thema einzulassen, findet hier aber ein ungewöhnliches Spielerlebnis.
Wer geschickte Hände hat, mag Klassiker wie Mikado und Jenga. Mit Cat and the Tower aus dem Verlag Friendly Games (erschienen bei arsEdition) findet diese Art des Geschicklichkeitsspiels einen neuen Ausdruck – wirft im Praxistest für Familien und Kinder ab 8 Jahren jedoch einige Fragen auf.
Beim Auspacken macht das Spiel einen sehr guten Eindruck: Die Boxgestaltung ist gelungen und präsentiert eine interessante Story rund um die kleine Katze Yuki. Auch das Spielmaterial ist sehr schön gestaltet und die UVP ist angemessen.
Bevor der Spielspaß beginnen kann, ist allerdings Geduld gefragt. Der erste Aufbau gestaltet sich recht langwierig, da die Wandteile erst einmal gefaltet werden müssen – hier sollte man zwischen 10 und 15 Minuten einplanen.
Leider erweist sich die Anleitung stellenweise als unklar und verlangt ein sehr genaues Lesen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Aktionskarte zum „Streicheln der Nakama-Katze“: In den Regeln steht dazu lediglich „Streichel die Nakama-Katze, die du in diesem Zug platziert hast“. Erst nach drei Partien haben wir hier verstanden, dass man in diesem Zug überhaupt erst eine Katze setzen darf – eine Formulierung wie „Platziere eine Nakama-Katze und streichle sie anschließend“ hätte hier für sofortige Klarheit gesorgt.
Im eigentlichen Spiel ist dann eine sehr ruhige Hand gefragt. Die Konstruktion ist sehr wackelig, und der Schwierigkeitsgrad ist groß. Vielleicht hätten Spielmaterialien aus Holz den Aufbau des Turmes erleichtert, dann wäre aber der Preis wohl deutlich höher gewesen.
Das führt direkt zu einem der Hauptkritikpunkte: Das Spiel ist für Kinder ab 8 Jahren bzw. für Familien konzipiert. In der Praxis wirkt diese Altersempfehlung angesichts der Wackligkeit und der Anforderungen an die Feinmotorik jedoch sehr ambitioniert. Hier stellt sich also durchaus die Frage nach der langfristigen Spielmotivation.
Spannend – und zugleich diskussionswürdig – ist die Thematik des Spiels: Yuki versucht durch den Turmbau zu ihrer verstorbenen Mutter in den Himmel zu gelangen.
Was zunächst wie eine melancholische Geschichte wirkt, offenbart sich im Laufe des Spiels als Auseinandersetzung mit dem Thema Trauerbewältigung. Wer nämlich das selbstgesetzte Ziel erreicht (den 10., 13., 17. oder 20. Stock des Turms zu bauen und Yuki auf die jeweilige Etage zu setzen), darf einen Aufkleber mit einem QR-Code auf die Spielbox kleben. Wenn man diesem folgt, kommt man zur Spielhomepage und damit zur Geschichte von Yuki, die dort schrittweise erzählt wird. Spätestens hier wird deutlich, worum es im Kern geht: Yukis Turmbau ist ein Versuch, den Tod der Mutter und die eigene Trauer zu verarbeiten. Ob solch ein Thema in einem Kinderspiel in dieser Form glücklich gewählt ist, ist Geschmackssache und bietet im Familienkreis definitiv Raum für Gespräche.
Mein Fazit:
Cat and the Tower ist ein optisch ansprechendes und preislich fair gestaltetes Geschicklichkeitsspiel mit einer tiefgründigen Ebene. Wegen des langwierigen Aufbaus, teilweise nicht ganz klaren Regelpassagen, des hohen Frustfaktors und des sehr sensiblen Themas Trauer ist es für die anvisierte Zielgruppe ab 8 Jahren ein ambitioniertes Projekt. Wer eine echte Herausforderung sucht, eine ruhige Hand mitbringt und bereit ist, sich auf ein emotionales Thema einzulassen, findet hier aber ein ungewöhnliches Spielerlebnis.
Zitat zum Spiel
Ach so ist das gemeint! Das haben wir falsch gemacht.
Ach so ist das gemeint! Das haben wir falsch gemacht.
Wer hat mitgespielt?
Jugendliche (ab 12): 1
Erwachsene: 3
Jugendliche (ab 12): 1
Erwachsene: 3
Was sagen deine Mitspieler:innen zum Spiel:
Eine Mitspielerin fand das Thema für Kinder völlig ungeeignet, ein anderer Mitspieler fand vor allem die unklaren Anweisungen in der Anleitung demotivierend. Beide finden das Spiel "in Ordnung" und würden es vielleicht ab und zu spielen, das Zeug zum Lieblingsspiel hat es aber nicht.
Eine Mitspielerin fand das Thema für Kinder völlig ungeeignet, ein anderer Mitspieler fand vor allem die unklaren Anweisungen in der Anleitung demotivierend. Beide finden das Spiel "in Ordnung" und würden es vielleicht ab und zu spielen, das Zeug zum Lieblingsspiel hat es aber nicht.