Kooperativen mit Memory-Twist

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deedw Avatar

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Dass es manchmal ungut ist, Anleitungen unter Druck im Schnelldurchlauf zu lesen, hat mir „Die Mäusebande“ gezeigt. Das Kinderspiel war neu in der Bücherei und sah interessant aus. Die Anleitung umfasste dennoch einige Seiten, dazu noch getrennt in eine Variante für Vierjährige und eine für Sechsjährige. Aber mit einem wartenden Kind gegenüber wollte ich mich etwas beeilen und überlas dann doch einen nicht unwichtigen Aspekt. Funktioniert hat es dennoch. Und natürlich wurde der Fehler in einer späteren Partie ausgemerzt.

In „Die Mäusebande“ versuchen wir kooperativ, die Zahnfee-Maus zu unterstützen, indem wir die Milchzähne der Tierkinder einsammeln. Mechanisch handelt es sich um ein Memory-Spiel. In einem Raster liegen verdeckt die Tierkinder aus. Wenn ich am Zug bin, decke ich eine Karte auf, welche mir sagt, welches Tierkind gesucht wird. Ich muss nun im besten Fall ein Plättchen aufdecken, welches das Tierkind zeigt. Auf jedem Plättchen sind drei Tierkinder abgebildet. Je nach Größe des Kindes erhalten wir dann einen kleinen, mittleren oder goldenen Milchzahn. Liegen wir aber falsch, müssen wir einen Mondmarker abgeben. Zur Unterstützung dürfen meine Mitspielerinnen ihre Spielfigur an eine Reihe oder Spalte legen, um anzuzeigen, wo sich das gesuchte Tierkinderplättchen befinden könnte, wenn sie es denn wissen. Wenn alle Zähne gesammelt sind, haben wir gewonnen. Wenn die zehn Monde ausgegangen sind, haben wir verloren.

Bei der Version ab 6 wird das Raster vergrößert und es kommt einer von drei Bösewichten (Hexe, Riese und Drache) zufällig ins Spiel. Dazu werden auch noch drei Gegenstände verdeckt in die Auslage gelegt. Wenn ich den Bösewicht aufdecke, hat dieser – solange sichtbar – einen negativen Effekt. Bei der Hexe zum Beispiel verlieren wir bei bestimmten Tierplättchen einen weiteren Mond. Um die Hexe zu besiegen, müssen wir zwei bestimmte der drei Gegenstände aufdecken. Als Belohnung erhalten wir dann eine Trophäe vom Bösewicht, die uns in der weiteren Partie hilft. Dazu gibt es noch weitere Sonderplättchen mit Effekten.

Zuerst: Der wichtige Satz, den ich überlesen hatte, war, dass die Tierkinderplättchen nach dem Aufdecken wieder umgedreht werden. Das ist eigentlich auch logisch, weil sonst der Memory-Aspekt irgendwie hinfällig ist. Die nachfolgenden zwei Partien haben gezeigt, dass der Memory-Aspekt dann doch viel ausmacht, auch wenn ich hoffnungslos überfordert davon war, welcher Tierkinder welcher Größe unter welchem Plättchen lagen. Aber das ist ja auch der Reiz des Spiels, dass ich mir eben nicht alles merken kann.

Da es die Zähne in verschiedenen Größen gibt, muss ich mir nicht nur merken, wo ein Tierkind sich befindet, sondern auch in welcher Größe. Das macht es noch einmal anspruchsvoller als normale Memory-Titel und hebt das Spiel in meinen Augen von anderen positiv ab. Dazu finde ich es gut, dass es eine erweiterte Version mit mehr Anspruch gibt. Es ist zwar etwas zufällig, ob und wann der Effekt des Bösewichts zum Tragen kommt, aber die Spieldauer ist so kurz, dass das wenig ausmacht.

Ich kann völlig verstehen, dass das Spiel zum „Kinderspiel des Jahres 2025“ nominiert war. Und auch bei mir hat es einen positiven Eindruck hinterlassen, sodass ich es gerne wieder spiele, wenn wir in der Bücherei sind. Sehr positiv ist, dass sowohl die Sechsjährige als auch die Vierjährige mitspielen können und Spaß daran haben.
Wer hat mitgespielt?
Kinder: 1
Erwachsene: 1
man muss ganz genau lesen
leicht verständlich
außergewöhnlich gut gestaltet
funktional
pro Runde ein paar Minuten
dauert etwas
ein paar Minuten
mehrere Stunden
keine Vorkenntnisse nötig
hier sind Spiele-Experten gefragt
für unterwegs
Tisch ist zwingend notwendig
geht nur einmal
spiele ich gerne wieder