Back to the 1990s

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azyria_sun Avatar

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Produkt:
Oetinger „Klingt wie Kindheit - Früher war mehr Bandsalat“

Material und Verpackung:
Das Spiel kommt in einer Pappschachtel, die schon vom Design her Kindheits- und Jugenderinnerungen heraufbeschwört. Kassette, Bleistift – mehr braucht es eigentlich kaum, um eine ganze Generation gedanklich direkt zurück in die 90er zu katapultieren. Das Spiel selbst besteht aus stabilen Karten aus festem Papier.

Spielbewertung:
Ich gebe es zu: Die Verpackung war überhaupt der Grund, warum mich dieses Spiel sofort angesprochen hat. Kassette und Bleistift? Ja. Das war meine Kindheit! Wer schon einmal minutenlang Bandsalat zurück in eine Kassette gedreht und dabei inständig gehofft hat, dass das Band nicht endgültig gerissen ist, dürfte bereits beim Anblick der Schachtel erste nostalgische Gefühle bekommen.

Das Spiel selbst ist angenehm unkompliziert aufgebaut. Es besteht im Wesentlichen aus den Spielkarten, zusätzlich benötigt man beispielsweise ein Handy, um die Sounds über die QR-Codes abzuspielen. Es gibt vier verschiedene Aufgabenarten: Wissen, Pantomime, Sendeverbot und Audio.

Bei „Wissen“ muss eine Frage richtig beantwortet werden. Bei „Audio“ scannt man einen QR-Code und versucht anschließend, das abgespielte Geräusch zu erkennen. „Sendeverbot“ erinnert an Tabu: Ein Begriff muss erklärt werden, ohne bestimmte Wörter zu verwenden. Und Pantomime? Nun ja. Wer dafür noch eine Erklärung braucht, sollte vielleicht lieber mit der Wissensfrage anfangen. 😄

Gespielt werden kann einzeln oder in Teams, sodass sich das Spiel problemlos an die Anzahl der Mitspieler anpassen lässt. Für die Aufgaben hat man jeweils 30 Sekunden Zeit, bei Pantomime sind es 60 Sekunden. Eine kleine Sanduhr oder ein Timer wären als Ergänzung zwar nett gewesen, wirklich vermisst habe ich beides aber nicht. Das Handy liegt für die Audio-Aufgaben ohnehin schon daneben und kann diesen Job gleich mit übernehmen.

Die Regeln sind quasi selbsterklärend, werden in der Anleitung aber trotzdem übersichtlich und leicht verständlich erklärt. Besonders angenehm: Der Aufbau dauert ungefähr so lange wie früher das Drücken der Play-Taste. Karten raus, Handy bereitlegen und los geht’s. Kein Spielplan, keine hundert Kleinteile und keine 20-minütige Regeldiskussion, bevor überhaupt irgendetwas passiert.

Das gesamte Spielmaterial macht einen stabilen und hochwertigen Eindruck. Auch bei der Spieldauer ist man vollkommen flexibel. Man kann eine richtige Spielrunde daraus machen, nur eine bestimmte Anzahl Karten spielen oder zwischendurch einfach Just for Fun eine Karte ziehen und z.B. schauen, welches Geräusch sich hinter dem nächsten QR-Code verbirgt.

Und genau diese Sounds sind für mich eines der absoluten Highlights. Teilweise reichen wenige Sekunden und man wird gedanklich direkt zurückgeworfen in eine Zeit mit Kassettenrekorder & Co. Das sind nicht einfach nur Geräusche, sondern kleine akustische Zeitmaschinen. Plötzlich ist dieses „Ja! Genau so hat das damals geklungen!“ da – inklusive nostalgischem Pipi in den Augen.

Der Hersteller empfiehlt das Spiel ab 14 Jahren. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, wie viele heutige 14-Jährige überhaupt noch wissen, dass Bandsalat nichts zu essen ist. 😄 Allein wegen des Nostalgiefaktors würde ich deshalb eher eine Ü25-, noch besser eine Ü30-Runde daraus machen. Denn je mehr eigene Erinnerungen man mit dieser Zeit verbindet, desto mehr Spaß macht das Ganze.

Und das ist für mich letztlich auch das Schönste an diesem Spiel: Irgendwann geht es gar nicht mehr nur darum, Punkte zu sammeln oder die richtige Antwort zu finden. Man beginnt automatisch zu erzählen. Von Dingen, die man früher hatte, von Situationen, die man längst vergessen glaubte, und von völlig absurden Selbstverständlichkeiten einer Kindheit ohne Smartphone. Aus einer einzigen Karte entstehen plötzlich Gespräche, Erinnerungen und jede Menge Gelächter.

Da man kaum Spielfläche benötigt, lässt sich das Spiel außerdem prima mitnehmen. Für einen voll besetzten Zug würde ich die Audio-Runde vielleicht nicht unbedingt empfehlen, sofern man nicht spontan sämtliche Mitreisenden an seiner Kindheit teilhaben lassen möchte. Für längere Autofahrten, einen Spieleabend oder einen gemütlichen Abend mit Freunden ist es dagegen perfekt.

Fazit:
„Klingt wie Kindheit – Früher war mehr Bandsalat“ ist für uns viel mehr als ein kleines Quizspiel. Es ist eine herrlich nostalgische Zeitreise, bei der Geräusche plötzlich Erinnerungen hervorholen, von denen man gar nicht mehr wusste, dass sie irgendwo im Kopf gespeichert waren. Liebevoll gestaltet, innerhalb von Sekunden spielbereit, abwechslungsreich und vor allem unglaublich unterhaltsam.

Und irgendwann sitzt man da, erzählt von Kassetten, Bandsalat und Dingen, die heutige Teenager vermutlich für archäologische Fundstücke halten – und möchte eigentlich gar nicht mehr aufhören.

5 nostalgische Sterne von mir.
Zitat zum Spiel
OMG!
Wer hat mitgespielt?
Erwachsene: 3
man muss ganz genau lesen
leicht verständlich
außergewöhnlich gut gestaltet
funktional
pro Runde ein paar Minuten
dauert etwas
ein paar Minuten
mehrere Stunden
keine Vorkenntnisse nötig
hier sind Spiele-Experten gefragt
für unterwegs
Tisch ist zwingend notwendig
geht nur einmal
spiele ich gerne wieder