No Shelf Control: Wenn die eigene Bücherliebe zum Spiel wird

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roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

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Als jemand, der selbst von Büchern umgeben ist und genau weiß, wie schnell Regale aus allen Nähten platzen, spricht mich dieses Spielkonzept sofort an. Wer das Phänomen kennt, dass der Stapel ungelesener Bücher unaufhaltsam wächst und die Regalböden ächzen, findet sich in der Thematik mit einem schmunzelnden Wiedererkennungswert wieder.

Aus meiner Sicht bringt „No Shelf Control“ genau die richtige Mischung für den Spieltisch mit: Es verzichtet auf überladene Regelwerke, lässt sich wunderbar unkompliziert zwischendurch oder als gemütlicher Absacker spielen und besitzt durch die Zockerelemente genau den richtigen Reiz. Besonders charmant finde ich die feine Selbstironie, mit der typische Buch-Macken aufgegriffen werden – wie der gefürchtete Ungelesen-Stapel, der einem die Punkte streitig macht, oder die Deko, die zwar hübsch aussieht, aber das Weiterstapeln blockiert. Die Möglichkeit, den Mitspielenden über die Token-Aktionen geschickt unerwünschte Karten zuzuschieben, bringt eine herrlich lebendige Dynamik an den Tisch, ohne dass das Ganze verbissen wirkt. Ein rundum gelungenes, liebevoll gestaltetes Kartenspiel, das bei mir ohne Zögern auf den Tisch kommen würde.