Flunkern mit Ohrenschmaus

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roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

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Allein beim ersten Überfliegen dieser Spielregeln juckt es mich als leidenschaftliche Spielerin gewaltig in den Fingern! Das Grundprinzip – sich mit todernster Miene den hanebüchensten Unsinn aus den Fingern zu saugen, um die liebe Verwandtschaft oder Freunde aufs Glatteis zu führen – klingt nach genau der Sorte Schabernack, bei der am Tisch kein Auge trocken bleibt.

Die Idee, das Ganze voll auf das Thema Musik zuzuschneiden, verspricht eine Menge Gaudi: Die reale Musikwelt ist ja ohnehin vollgepackt mit exzentrischen Vögeln und bizarren Anekdoten, sodass eine gut geflunkerte Antwort vermutlich oft glaubhafter klingt als die eigentliche Wahrheit! Dass man laut Anleitung über QR-Codes Songs als akustischen Köder vorab oder als Aha-Effekt nach der Lösung einbinden soll, wirkt auf mich wie ein verflixt pfiffiger Dreh, um die Zettelwirtschaft lebendig zu machen.

Vom Regelsystem her gefällt mir die Punkteverteilung unheimlich gut: Wer andere erfolgreich an der Nase herumführt, wird mit drei Punkten belohnt, während reines Klugscheißen mit der richtigen Lösung nur zwei bringt – und wer zufällig die Wahrheit aufschreibt, geht sogar komplett leer aus! Das spornt pure Fabulierlust an und bestraft trockenes Besserwissertum.

Mein einziger kleiner Dämpfer beim Lesen: Dieser Zwang zu App, Smartphone und Spotify-Account. Ich liebe es am Spieltisch eigentlich, wenn alle Bildschirme mal komplett Pause haben und man nicht erst Technik einrichten muss. Aber vom reinen Konzept her liest sich das nach einer verdammt unterhaltsamen Nummer für den nächsten Spieleabend, die ich wahnsinnig gern mal in einer echten Runde ausprobieren würde!