Ersteindruck: „Toshi – Die blühende Stadt” von Friedemann Friese

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Schon beim ersten Blick in die Anleitung fällt die stimmungsvolle Gestaltung auf: Kirschblütenzweige, handgezeichnete Schriftzüge und liebevoll illustrierte Gebäude von Studio Fiore versetzen einen in die japanische Sengoku-Zeit. Dabei bleibt alles übersichtlich, jedes Plättchen folgt demselben Aufbau mit Kosten links und Einkommen rechts.

Das Grundprinzip ist erfreulich schlank: Eine Person würfelt mit Buchstaben- und Zahlenwürfel ein Feld, und alle spielen gleichzeitig auf ihrem eigenen Plan. Erst wird geprüft, ob das Feld Einkommen bringt, dann darf gebaut werden. Die anderen dürfen ebenfalls bauen, allerdings keine Gebäudekategorie, die gerade gewählt wurde. Das verspricht wenig Wartezeit und viel Interaktion, obwohl jeder seine eigene Stadt baut. Gewonnen hat am Ende, wer das meiste Geld besitzt, wobei jedes leere Feld 5 Koku kostet. Diese Strafe sorgt für Druck und lässt selbst die günstigen Teien (Gärten) taktisch sinnvoll wirken.

Besonders reizvoll finde ich die Kombinationsmöglichkeiten. Nagaya und Mise ergänzen sich, die Kōba lohnt sich mit vielen Häusern, Nōka bringen Geld auf leeren Feldern, und das Kura gibt Startkapital gegen Zinsen. Die Sondergebäude wie Burg, Kabuki-Theater oder Daimyo-Residenz bieten zusätzliche Wege zum Sieg, und der Tipp, für die ersten Partien darauf zu verzichten, ist sinnvoll. Der Würfelglück-Anteil dürfte hoch sein, doch genau das passt zur Idee des Autors, der die „kurze Würfelzockerei” mit Lust auf Revanche beschreibt.

Positiv überrascht hat mich der Solo-Modus mit Bewertungstabelle von „Anfänger am Bau” bis „Architekt des goldenen Zeitalters” sowie die Kampagnenidee. Bei rund 45 Minuten und ab 8 Jahren wirkt Toshi wie ein zugängliches Familien- und Absacker-Spiel mit überraschender Tiefe. Ich bin gespannt, wie gut sich das Zusammenspiel in der Praxis anfühlt.