Wenn kleine Schweine auf Erinnerungssuche gehen

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Trüffelschnüffel von HABA hat mich bereits beim Blick in die Spielanleitung neugierig gemacht. Die Grundidee ist schnell verstanden, bringt aber trotzdem eine schöne Mischung aus Spannung, Erinnerung und ein wenig Glück mit. Die Kinder begleiten ihre Trüffelschweine von Eiche zu Eiche und versuchen dabei, sich einzuprägen, welches Eichelplättchen unter welchem Laubhaufen versteckt ist. Denn nur wer sich richtig erinnert, kann einschätzen, wie viele Felder das eigene Schwein weiterziehen darf. Gerade diese Verbindung aus Merkspiel und Zufall macht das Spiel für Kinder ab vier Jahren leicht zugänglich und dürfte gleichzeitig auch für ältere Mitspieler interessant bleiben.
Schon der Spielbeginn bringt eine kleine Portion Albernheit mit. Wer am lautesten grunzt, darf anfangen. Ich mag solche einfachen Ideen, weil sie ohne großen Aufwand für einen lustigen Einstieg sorgen und mögliche anfängliche Aufregung schnell in gemeinsames Lachen verwandeln können. Auch während des Spiels gibt es immer wieder kleine Momente, die den Ablauf lebendig halten. Wer auf einem Kleeblatt landet, darf beispielsweise direkt noch einmal ziehen. Dadurch entstehen zusätzliche Chancen und die Wartezeit bis zum nächsten eigenen Zug bleibt überschaubar.
Besonders interessant finde ich den spielerischen Gedächtnisaspekt. Die Kinder müssen sich fortlaufend merken, welches Eichelplättchen sich unter welchem Laubhaufen befindet, und können dieses Wissen dann für ihre nächsten Entscheidungen einsetzen. Damit wird das Erinnern nicht isoliert geübt, sondern unmittelbar mit dem Spielgeschehen verknüpft. Auch beim Sammeln der Trüffelplättchen ist genaues Hinschauen gefragt: Ein Plättchen darf nur genommen werden, wenn sich der entsprechende Pilz mit derselben Punktzahl noch nicht in der eigenen Sammlung befindet. So kommen neben dem Gedächtnis auch Konzentration und genaues Vergleichen zum Einsatz.
Spannend finde ich außerdem, dass Trüffelschnüffel zwei zusätzliche Varianten für erfahrenere beziehungsweise besonders findige Trüffelschweine bereithält. Beim verdeckten Sammeln wird die Gedächtnisleistung noch stärker gefordert, während das Vertauschen der Laubhaufen eine zusätzliche taktische Komponente ins Spiel bringt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sich der Schwierigkeitsgrad ein Stück weit an die Erfahrung der Spielenden anpassen lässt und das Spiel nicht unbedingt nach den ersten Partien an Reiz verliert.
Insgesamt macht Trüffelschnüffel auf mich einen unkomplizierten und gleichzeitig abwechslungsreichen Eindruck. Mit einer angegebenen Spieldauer von ungefähr 15 Minuten passt es gut für eine kurze Spielrunde zwischendurch – ob in der Kita, im Unterricht oder zu Hause. Die Illustrationen von Monika Suska und die kleinen Trüffelschweine dürften dabei schon optisch für Sympathie sorgen. Besonders schön finde ich die Kombination aus einer schnell verständlichen Spielidee und Fähigkeiten, die ganz nebenbei angesprochen werden. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Praxistest am Spieltisch.