Gesellschaftsspiel nach Schema F: Bekannte Partyspiel-Mechanik ohne echten Eigenwert

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roswitha-böhm-gedankenteiler Avatar

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Diese Spielanleitung offenbart sofort das typische Grundgerüst eines seichten Party- und Fragespiels für gesellige Runden: Aufgeteilt in Action- und Fragen-Karten geht es im Wesentlichen darum, Begriffe zu zeichnen oder zu umschreiben sowie persönliche Vorlieben auf Zetteln so einzuschätzen, dass Übereinstimmungen entstehen. Ergänzt wird das Ganze durch klassische Joker-Karten zum Überspringen oder Weiterreichen von Aufgaben, bevor am Ende schlicht die gesammelten Karten gezählt werden.

Positiv hervorzuheben ist die unkomplizierte Zugänglichkeit: Die Regeln sind in wenigen Minuten erfasst, erfordern keinerlei lange Einarbeitungszeit und funktionieren nach dem vertrauten Prinzip, das fast jede Runde sofort versteht. Auch der Kniff, dass eine Person, die eine Zeichnung richtig errät oder eine Einschätzung trifft, direkt als Belohnung am Zug ist, kann die Dynamik am Tisch etwas beleben.

Allerdings bleibt das Konzept extrem bieder und austauschbar. Wer schon einmal Titel wie Activity, Nobody's Perfect oder beliebige Hochzeits- und Weihnachtsspiele gespielt hat, findet hier absolut nichts Neues. Die Beispielfrage nach dem liebsten Weihnachtslied unterstreicht den Eindruck, dass es sich eher um ein zweckmäßiges Beiwerk für festliche Familienfeiern oder anlassbezogene Boxen handelt als um ein Spiel mit eigenständiger Spieltiefe oder frischen Ideen. Wenn die gestellten Aufgaben und Fragen auf den Karten nicht außergewöhnlich originell ausfallen, plätschert die Runde schnell im gewohnten Allerwelts-Quiz-Modus dahin.

Als kurzweiliger Eisbrecher für gemischte Runden an den Feiertagen mag es seinen Zweck erfüllen, für Spieleabende mit Anspruch an strategischen Witz oder echtes Überraschungspotenzial bietet es jedoch zu wenig Substanz.

Ich möchte das Spiel eher nicht spielen, weil mir das Konzept schlicht zu beliebig ist und kaum eigene spielerische Akzente setzt.