Karten, Taktik und ganz viel Schweigen

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zockip18 Avatar

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„Vision“ ist ein Kartenspiel, das mich vor allem durch seine ungewöhnliche Spielidee überrascht hat. Obwohl man in Teams spielt, darf man sich während des Spiels nicht darüber austauschen, welche Karten man auf der Hand hat oder wie man sie ausspielen möchte. Genau diese Kombination aus Teamspiel und fehlender Kommunikation macht „Vision“ für mich besonders. Man spielt also eigentlich gemeinsam, muss aber trotzdem versuchen, die Entscheidungen der Mitspielenden richtig einzuschätzen.

Ich habe „Vision“ mit insgesamt vier Personen gespielt und dabei mehrere Partien ausprobiert. Eine einzelne Runde ist relativ schnell gespielt, allerdings braucht eine komplette Partie mehrere Runden. Dadurch eignet sich das Spiel meiner Meinung nach sowohl für eine kurze Spielrunde als auch für einen längeren Spieleabend. Besonders gut hat mir gefallen, dass sich die einzelnen Runden unterschiedlich entwickeln können und dadurch keine Partie völlig gleich wirkt.

Die Regeln waren nach dem ersten Lesen grundsätzlich gut verständlich. Zu Beginn wirkt das Spiel durch die verschiedenen Karteneffekte etwas kompliziert, da man sich erst einmal mit den unterschiedlichen Möglichkeiten vertraut machen muss. Nach den ersten Runden hat sich das aber schnell gelegt. Hilfreich fand ich vor allem, dass die Karten während des Spiels laut vorgelesen werden sollen, sodass alle Beteiligten wissen, welche Effekte gerade im Spiel sind. Die Anleitung enthält außerdem einige Klarstellungen zu bestimmten Situationen, was gerade bei den ersten Partien hilfreich ist.

Auch optisch hat mir „Vision“ gut gefallen. Das Spielmaterial ist zwar hauptsächlich auf Karten beschränkt, wirkt dadurch aber nicht langweilig. Die Gestaltung passt für mich gut zum mysteriösen und etwas außergewöhnlichen Charakter des Spiels. Besonders die unterschiedlichen Karten und ihre Werte sorgen dafür, dass man während des Spiels immer wieder aufmerksam auf das Geschehen auf dem Tisch schaut.

Was mir am besten gefallen hat, ist, dass man bei „Vision“ sehr aufmerksam sein muss. Da man nicht einfach mit dem eigenen Team besprechen kann, was man vorhat, entsteht eine ganz eigene Dynamik. Man beobachtet die anderen, versucht deren Entscheidungen einzuschätzen und muss gleichzeitig mit den eigenen Karten umgehen. Dabei können sich Situationen durch die Karteneffekte auch unerwartet verändern. Die Karten wirken sich nämlich nicht nur auf die eigene Situation, sondern teilweise auch auf die der anderen Teams aus.

Ich würde das Spiel vor allem Personen empfehlen, die gerne taktische Kartenspiele ausprobieren und Spaß daran haben, die Mitspielenden zu beobachten. Wer allerdings ein klassisches Teamspiel erwartet, bei dem man sich gemeinsam berät und seine nächsten Schritte bespricht, könnte zunächst überrascht sein. Gerade das Kommunikationsverbot ist für mich aber einer der interessantesten Aspekte des Spiels.

Fazit

„Vision“ ist für mich ein ungewöhnliches und unterhaltsames Kartenspiel, das vor allem durch seine besondere Teammechanik überzeugt. Mir hat gefallen, dass man trotz der Teamaufteilung komplett auf die eigene Beobachtung und Einschätzung angewiesen ist. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase waren die Regeln gut verständlich und die Partien haben sich abwechslungsreich gespielt.

Ich würde „Vision“ besonders für Spieleabende mit Freunden empfehlen, wenn man Lust auf ein Kartenspiel hat, das etwas anders funktioniert als klassische Team- oder Stichspiele. Wer sich darauf einlässt, dass Kommunikation nicht erlaubt ist, bekommt ein spannendes Spiel, bei dem man bis zum Ende aufmerksam bleiben muss.
Zitat zum Spiel
wäre: „Ihr haltet die Zukunft in den Händen. Könnt ihr sie clever ausspielen?“
Wer hat mitgespielt?
Erwachsene: 4
man muss ganz genau lesen
leicht verständlich
außergewöhnlich gut gestaltet
funktional
pro Runde ein paar Minuten
dauert etwas
ein paar Minuten
mehrere Stunden
keine Vorkenntnisse nötig
hier sind Spiele-Experten gefragt
für unterwegs
Tisch ist zwingend notwendig
geht nur einmal
spiele ich gerne wieder