Inselbauen mit interessantem Punktemechanismus

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Orkney wirkt mit seinen Hexagonen auf den ersten Blick wie ein Kind von Catan und Carcassonne. Und auch nach mehreren Runden trifft es das ganz gut, auch, wenn es selbstverständlich doch ganz anders funktioniert – und einige der Schwachstellen beider Spiele behebt. Was bei Catan z.B. oftmals nervt, sind die fehlenden Ressourcen. Bei Orkney erhält man die sehr häufig und regelmäßig. Nicht falsch verstehen, man muss da schon überlegen, was man wann und wie in welcher Menge bekommt, aber es ist nicht so, dass man gefühlte Ewigkeiten gar nichts machen kann, weil man keine Baumaterialien hat.

Worum geht es nun eigentlich? Wir legen uns mit Landschaftshexagonen die schottischen Orkney-Inseln zusammen. Eine Insel kann maximal aus vier Plättchen bestehen, die Inseln sind zum Teil mit Brücken verbunden. Pro Zug werden zwei Hexagone angelegt und zwar so, dass man das zweite erst umdrehen darf, wenn man das erste bereits angelegt hat. Auf jedem Inselteil ist eine von drei Ressourcen abgedruckt (Holz, Stein oder Tuch), falls bei der Insel, an die wir anlegen, das aufgedruckte bereits vorhanden ist, bekommen wir diesen Rohstoff zweimal. Vollenden wir eine Insel, bekommen wir zusätzlich ein Tuch. Soweit zu den Legeregeln. Punkte bekommen wir entweder im Verlauf des Spiels über das Bauen von Gebäuden (Bauernhof, Dorf, Burg) oder am Ende. Für die Endwertung benötigen wir Straßen, die wir entweder automatisch beim Bau von Gebäuden errichten dürfen oder in dieseIn der Schlusswertung zählt dann, ob unsere Straßen, die farblich unterschiedlich sind, Bauernhöfe mit Dörfern oder Bauernhöfe mit Burgen verbinden.

Vom Verlag ArsEdition gibt es eine sehr gute und verständliche Videoerklärung, mit der ihr unter 5 Minuten los spielen könnt. Die beigefügte Anleitung liest sich ebenso gut. Wie ihr schon daran merkt, versteht man Orkney wirklich schnell und es ist auch überhaupt nicht komplex, dennoch gibt es mehr strategische Tiefe, als man erstmal denken könnte.

Zu zweit stellte sich relativ schnell heraus, dass wir die Territorien untereinander aufteilen und uns da eher wenig ins Gehege kommen. Es mag Spieler*innen geben, die da gemeiner vorgehen und sich die Bauwerke mit den Straßen abluchsen möchten, aber letztendlich verlieren dadurch beide – sprich, es gleicht sich wieder aus – so dass uns das beiden nicht sehr sinnvoll erschien. Für das Spiel zu dritt hatten wir bereits vermutet, dass hier die Dynamik größer sein würde und der Anreiz, sich mit den eigenen Straßen die Wertungen zu schnappen, die sich die anderen aufgebaut haben. Das führt dazu, dass sich das Spielerlebnis mit zwei im Vergleich zu drei und vier Spielenden doch unterscheidet. Zu zweit baut man eher strategisch vor sich hin. Zu dritt und zu viert ist es deutlich kompetitiver. Beide Konstellationen hatte für uns großen Reiz. Epische Schlachten wie um Städte in Carcassonne gibt es allerdings nirgends (die fressen aber eh dort immer so viele Ressourcen).

Bei der Spielzeit treffen es die angegeben 45 Minuten ganz gut. Wir kamen bei allen Runden etwa auf diese Zeit. Nachdem die Dauer von den gelegten Plättchen abhängig ist, wird das wohl stabil bleiben.

Richtig gut gefällt uns die Ausstattung. Die Holzteile sind angenehm und von guter Qualität. Und mein persönliches Highlight ist das Pappinlett, in dessen Seitenteil die Hexagone und die Plättchen für die Aufträge genau reinpassen. (Mich nervt nämlich immer, wenn alles durcheinander fliegt.) Für die Ausstattung ist der vergleichsweise hohe Preis mit ca. 40 Euro angemessen, aber Orkney ist auch kein Schnäppchen.

Diese schottische Inseltour wird bei uns sicherlich häufiger auf den Tisch kommen, vor allem wegen der überschaubaren Spieldauer von unter einer Stunde und dem schönen Spielmaterial. 4,5 Sterne, die wir gerne aufrunden.
Zitat zum Spiel
Ich krieg zwei Holz/Steine/Tuch.
Wer hat mitgespielt?
Jugendliche (ab 12): 1
Erwachsene: 2
man muss ganz genau lesen
leicht verständlich
außergewöhnlich gut gestaltet
funktional
pro Runde ein paar Minuten
dauert etwas
ein paar Minuten
mehrere Stunden
keine Vorkenntnisse nötig
hier sind Spiele-Experten gefragt
für unterwegs
Tisch ist zwingend notwendig
geht nur einmal
spiele ich gerne wieder