Vielleicht ein neuer Siedler-Klassiker

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
throughsioux Avatar

Von

Spiel: Orkney – Die schottischen Inseln
Kategorie: Familienspiel
Spieleranzahl: 2-5
Spieldauer: ca. 60 min
Altersempfehlung: ab 8 Jahre
Autor: Mark Sienholz
Illustrator: Andreas Rocha
Erscheinungsdatum: 06.10.2026
EAN: 4014489140450

Fangen wir mal mit den Spielinfos an:

Spieldauer: Das Spiel hat uns nach einer kurzen Erklärung (es braucht circa 10 min) tatsächlich circa 60 Minuten beschäftigt. Gut fand ich, wie übersichtlich und einfach erklärt die Spielanleitung daherkam. So brauchte es selbst beim Neuerlernen des Spielerklärers nicht wirklich länger, das Spiel allen zu erklären.
Mir sind außerdem keine Lücken oder ähnliches aufgefallen. Alles war erklärt.

Altersempfehlung: Ich habe „Orkney“ außerdem sowohl mit Senioren als auch mit Kindern gespielt. Alle haben es direkt verstanden. Der einzige Unterschied zwischen den Spielenden in Bezug auf den Spielverlauf zeigte sich tatsächlich nur im räumlichen Denkvermögen. Die sechseckigen Spielplättchen müssen nämlich passend zu Land und Meer angelegt werden.
Im Spielverlauf zeigte sich, dass alle Spaß an dem Spiel hatten, weshalb ich es definitiv als Familienspiel bestätigen würde. Ab 8 Jahren scheint mir auch passen, um es zu verallgemeinern.

Gestaltung: Die Gestaltung des Spiels fand ich sehr schön. Die Symbole für die Rohstoffe sind gut erkennbar, die Regelungen für die Inseln (um diese abzuschließen) machte ebenfalls Sinn und es gab keine unnötigen Ablenkungen.
Einzig verwirrte uns immer wieder, dass die kleinsten Bauten „Bauernhöfe“ hießen. Zwar machte es für die Spielerklärung durchaus Sinn, allerdings ist man das Wort „Dorf“ dafür viel eher gewöhnt. Es kam bei uns immer wieder zu Unstimmigkeiten, weil irgendwer es falsch benannte. Ich glaube, mit Dorf, Stadt und Burg wäre man etwas einheitlicher geblieben und die Erklärung mit den Ressourcen hätte weiterhin gepasst.
Alles passte zudem natürlich zum Spielnamen und dem Thema. Auch wenn ich am liebsten natürlich noch irgendwo einen Puffin im Spiel gehabt hätte:)

Spieler:innenanzahl: Je nach Spieler:innenanzahl musste man einige Landschaftsplättchen rausnehmen, damit sie danach gleichmäßig verteilt werden konnten. So war das Spiel flexibel mit 2 bis 5 Spielenden spielbar. Was ich allerdings ein klein wenig schade fand, war, dass es relativ wenige Ressourcenplättchen gab. Ein Bogen mehr hätte glaube ich nicht geschadet. In der Spielanleitung steht dazu „die Ressourcen sind unendlich. Nutzen sie einfach beliebig andere Marker“. Für mich impliziert das, das schon damit gerechnet wird, dass die Ressourcen zu Neige gehen. Das finde ich schade.

Spielverlauf:
Alle, die schon ein paar mehr Spiele in ihrem Leben gespielt haben, werden sich vom Spielprinzip her erinnert fühlen. So sind „Carcassonne“ und „Die Siedler“ direkt gefallen, nachdem ich meinen Mitspielenden das Spiel vorgestellt habe. Ich denke deshalb, dass gerade Spielende, die diese Spiele mögen, auch hier ihren Spaß finden werden. Und damit auch noch einige mehr, denn die beiden Beispiele sind absolute Klassiker und auch für Spielanfänger:innen geeignet, was ich für dieses Spiel ebenfalls unterschreiben würde. Der Aufbau ist zudem sehr simpel und braucht fast keine Zeit.

Der Kniff in „Orkney“ war für mich tatsächlich, dass die Bauten nicht direkt zu den Spielenden gehörten. Man kam beim Bau direkt Punkte und dann zum Spielende erst durch die Handelswege, die man dazwischen baute. Interessant war, dass man nicht einfach Burgen on mass bauen konnte und wollte, weil sie am Ende ohne Bauernhöfe gar keine Punkte mehr gebracht hätten. Und auch, dass Dorf und Burg in Verbindung keine Punkte brachten, war interessant, weil es sowohl dazu führte, dass Handelswege ganz anders gesetzt wurden als auch, dass Spielende ganz konkret anderen Handelswege verbauten.

So kannte ich es aus anderen Spielen vorher noch nicht und war sehr begeistert, wie viel Dynamik diese Prinzipien in das Spielgeschehen brachten. Da baut man dann auch mal eine Burg und kassiert die Punkte des Baus, um zwei anderen Spielern die Möglichkeit zu nehmen, Bauernhöfe zu bauen und damit Punkte zum Spielende zu bekommen.

Auch interessant waren die geheimen Ziele, die man allerdings wirklich nochmal alle durchlesen sollte, bevor man das Spiel spielt. Aus diesem Grund stehen sie auch hinten auf der Spielanleitung. Denn nur so weiß man ungefähr, worauf andere Spielende abzielen könnten. Dann macht es nämlich zum Beispiel doch auf einmal Sinn, dass jemand Straßen auf nicht gewinnbringenden Handelswegen baut oder jemand anderes ganz bewusst eine Inseln nicht vervollständigt.

Dadurch, dass sich der Spielplan erst beim Spielen aufbaut und man nie weiß, was die anderen an Plättchen ziehen und was für Aufgaben sie haben, ist alles sehr dynamisch. Man kann nicht weiß in die Zukunft planen, sondern muss mit dem arbeiten, was man zum Zeitpunkt seines eigenen Spielzuges vorliegen hat.
Das dürfte strategische Spieler:innen fast stören, für alle anderen jedoch bleibt das Spiel so von der Strategie her relativ einfach bzw. situativ.

Zusammenfassend: Dynamisch, situativ, mit Kniff im Vergleich zu Gewohnten

Fazit:
Für mich ein durchaus gelungenes Spiel in allen Punkten, das für viel Spielspaß sorgt und sich sehr gut als Familienspiel eignet. Auch Spielanfänger:innen werden hiermit sehr wahrscheinlich glücklich werden. Mir als Vielspielerin gefiel vor allem, wie einfach es sich erklären und verstehen ließ und dass es im Vergleich zu Altbekannten nochmal ein paar Kniffe hat.

Vielen Dank an Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!

Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.
Zitat zum Spiel
Verstanden!
Wer hat mitgespielt?
Kinder: 1
Jugendliche (ab 12): 2
Erwachsene: 2
Was sagen deine Mitspieler:innen zum Spiel:
Ich habe es mit in die Rezension aufgenommen, aber einmal zusammengefasst: - einfach zu verstehen/schnell erlernbar - Spaß für alle - irritiert von der Bezeichnung "Bauernhof", weil man es anders gewohnt ist - schöne Gestaltung
man muss ganz genau lesen
leicht verständlich
außergewöhnlich gut gestaltet
funktional
pro Runde ein paar Minuten
dauert etwas
ein paar Minuten
mehrere Stunden
keine Vorkenntnisse nötig
hier sind Spiele-Experten gefragt
für unterwegs
Tisch ist zwingend notwendig
geht nur einmal
spiele ich gerne wieder