Schottland-Nebel trifft Siedler-Müdigkeit

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Ach herrje, beim ersten Durchblättern der Anleitung schlägt mir genau dieser wohlbekannte Catan-Muff entgegen! Die sechseckigen Landschaftsteile, das Sammeln und Tauschen von Rohstoffen wie Holz und Stein, das Hochziehen von Bauernhöfen, Dörfern und Burgen und das Legen von Handelswegen – das fühlt sich auf dem Papier sofort nach altbackener Siedler-Kost im schottischen Tweed-Mäntelchen an. Wer bei Catan schon vor Jahren gähnend abgewunken hat, wird hier wohl kaum in Begeisterungsstürme ausbrechen.

Dabei sieht das Ganze optisch wirklich schick aus: Andreas Rochas Landschafts-Illustrationen fangen diese raue, windgepeitschte Inselwelt mit Meer und Klippen wunderbar stimmungsvoll ein. Auch der Kniff, dass man die Inseln erst einmal gemeinsam aus den Sechsecken zusammenpuzzeln und vollenden muss, bevor überhaupt gebaut werden darf, klingt nach einer netten Lege-Idee.

Aber sobald man sich die eigentlichen Abläufe anschaut, verpufft der Charme für mich ziemlich schnell: Man legt Plättchen, kassiert Rohstoffe, tauscht sie im festen Verhältnis um, baut Klötzchen und verbindet sie mit Handelsrouten, um Punkte auf einer Zählleiste vorzuschieben. Die Fische und geheimen Aufträge bringen zwar noch ein bisschen Zähl-Arbeit hinein, reißen das Ruder aber auch nicht rum. Für mich wirkt das Regelwerk auf diesen ersten Blick arg brav, wiederholend und mechanisch staubtrocken – ein Spiel, das am Tisch vermutlich vor sich hin plätschert, ohne jemals das Adrenalin oder die echte Spiellust zu wecken.