Zwischen Inselplättchen und Handelswegen

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karina213 Avatar

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Orkney verbindet Plättchenlegen, Ressourcenmanagement und einen kleinen Wettlauf um die besten Bauplätze. Besonders reizvoll ist dabei, dass sich die Inselwelt mit jedem Zug weiterentwickelt: Wer zwei neue Plättchen anlegt, entscheidet nicht nur darüber, wie die eigene Insel aussieht, sondern schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten für Rohstoffe, Gebäude und Handelswege. Die Anlegeregeln sorgen dafür, dass aus dem zunächst recht einfachen Puzzeln schnell eine strategische Aufgabe wird.

Das eigentliche Spiel entsteht dann aus der Frage, wofür man die gewonnenen Rohstoffe einsetzt. Bauernhöfe, Dörfer und Burgen bringen unterschiedlich viele Punkte, brauchen aber auch unterschiedlich viel Platz und Material. Besonders spannend wirken die Handelswege, denn sie verbinden die eigenen Bauwerke und können bei der Schlusswertung zusätzliche Punkte einbringen. Gleichzeitig darf man nicht aus den Augen verlieren, dass auch das Fischen und der geheime Auftrag eine eigene Strategie ermöglichen.
Mir gefällt an Orkney vor allem, dass es nicht nur einen offensichtlichen Weg zum Sieg gibt. Wer möglichst große Gebäude errichtet, kann anders punkten als jemand, der sein Handelsnetz geschickt ausbaut oder konsequent auf Fischfang und den eigenen Auftrag setzt. Dadurch dürfte das Spiel auch nach mehreren Partien unterschiedliche Entscheidungen und Strategien zulassen. Die geheimen Aufgaben verstärken diesen Aspekt zusätzlich, weil man seine eigentliche Zielsetzung nicht offenlegen muss.

Gleichzeitig wirkt Orkney angenehm überschaubar. Die Regeln sind klar strukturiert, die möglichen Aktionen pro Zug bleiben begrenzt und mit rund 60 Minuten ist das Spiel auch für einen Spieleabend geeignet, ohne gleich einen ganzen Abend zu beanspruchen. Die Kombination aus gemeinsam wachsender Landschaft und individuellen Bau- und Wertungszielen macht neugierig darauf, wie stark sich die strategischen Möglichkeiten tatsächlich von Partie zu Partie verändern.

Auch optisch verspricht das Spiel einiges: Die Orkney-Inseln werden als wachsende Landschaft aus Plättchen zusammengesetzt, und die Illustrationen greifen die rauen, fast schon fantastischen Landschaften der schottischen Inselwelt auf.

Mein erster Eindruck: Ein zugängliches Legespiel, das hinter seiner zunächst unkomplizierten Fassade erstaunlich viele kleine Entscheidungen versteckt. Besonders die Verbindung aus Landschaftsbau, Ressourcen und Handelswegen klingt nach einer gelungenen Mischung für alle, die gerne taktisch planen, ohne sich durch ein Regelwerk von hundert Seiten arbeiten zu müssen. Ob die verschiedenen Strategien tatsächlich gleichwertig funktionieren und wie viel Konkurrenz um die besten Verbindungen entsteht, wird sich allerdings erst beim Spielen zeigen.